unendliche Geschichte Teil 31
17. Juli 2009 von dirk Teil 30 ist nun paar Tage her und wollte von der ersten Gerichtsverhandlung berichten. Nun ist es für ein Gedächtnisprotokoll auch nicht förderlich zu lang damit zu warten. Daher nehm ich mir eben die Zeit.
Der Gerichtstermin begann im Büro meines Anwaltes, der 5 Minuten vor Beginn erst starten wollte. Solche knappen Sachen sind nicht mein Ding und ich nervte zum Aufbruch. Bei Gericht angekommen sahen wir auch den Gegner im Flur rumlungern.
Es ging schnell los und gleich zur Sache. Der Richter (nicht mehr der vom Verfügungsverfahren) meinte er habe Zeit, alle Kollegen wären im Betriebsausflug und holte gleich zum Schlag gegen beide Seiten aus. Die bauernschlauen Aktivitäten des einen Anwaltes haben bauernschlaue Aktivitäten beim anderen ausgelöst und damit aufgehoben. Ob sich die Anwälte damit beruhigt hätten und man nun zu klaren Worten kommen kann. Es gab Geplänkel, Einwürfe und Diskussionen über jeden Scheiss wie Streitwert, was welches Dokument bedeutet, wer im Netz wem beleidigt (ja,ich wars) und alles mögliche an Kleinscheiss. Ich träumte die ganze Zeit nur davon mal aufzustehen und dem Gegner in die Fresse zu schlagen. Die Gegenseite versuchte mit ihrer neuen Geschichte sich glaubwürdig zu machen, was beim Richter offensichtlich ins Gegenteil schlug.
Zusammengefasst gab es folgendes vom Richter: Man ist geneigt unser Seite zu glauben aber kann uns die Domain nicht zusprechen da nun einmal der Treuhandvertrag fehle. Würde man uns die Domain zusprechen würde die Gegenseite in Berufung gehen können und wir bekommen die Domain in 2 Jahren oder so.
Da die Gegenseite ein Wertgutachten vorlegte schlug der Richter vor die Domain uns für diesen Wert zu verkaufen aber da verschlug ist dem Gegner doch glatt die Sprache, wollte man doch mit diesen untertriebenen Wert einfach nur den Streitwert senken.
Er schlug, wie auch schon sein Vorgänger einen Vergleich vor. Nach kurzer Besprechung mit dem Anwalt zwang mich dieser zu einem Angebot:
Wir bekommen die Domain zurück und beteiligen den Gegner 2 Jahre mit 40% an den Einnahmen aber mind. 400,-EUR monatlich.
Vorher wurde vom Gegner ausgesagt das er in den letzten 6 Monaten mit dieser Domain 3.000,-EUR erzielt hätte (ich glaub da hat er alles zusammengefasst). Das halte ich für die runter gewirtschaftete Domain für übertrieben. Wir werden diese nun in den nächsten 8 Monaten erst mal Inhaltlich aufbauen(dauert alles).
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich mich und meinen Anwalt für diesen Vorschlag gehasst habe. Der Richter fand es fair und angemessen, der Gegner hat nach einer kurzen Beratung nicht zustimmen wollen. Sie wollten die Domain nicht übertragen und lebenslang die Domain gemeinsam betreiben. Nach Rüge vom Richter kam dann eine gemeinschaftliche Betreib Dauer von 10 Jahren zustande, die der Richter auch mit einer Handbewegung abtat.
Der Richter drohte der Gegenseite nun mit einem Urteil, das brachte die Einigung:
3 Jahre hält mein Anwalt die Domain treuhänderisch und übergibt diese mir dann ohne weitere Bedingungen (die Kosten tragen wir), der Gegner erhält in der Zeit eine Gewinnbeteiligung aus dieser Domain von 45% aber mind. 351,-EUR (Regelsatz Hartz IV).
Wir erhielten die Domain ab den 1.7.09 und betreiben diese alleinig. Monatlich machen wir eine Abrechnung, der Gegner kann in die Provisionen jederzeit einsehen und sein Stat Code ist in der Seite verbaut.
Seine Wünsche nach Löschung der Domain Domaindieb.de usw. floss nicht in den Vergleich ein. Auf der ist jetzt übrigens ein Countdown zur Übergabe der Domain.
Im nächsten Teil nähere Erläuterungen zum Vergleich und zum Warum!
Übrigens kostete dies den Staat eine ordentliche Stange Geld, der Gegner bekommt die gesamten Gerichtskosten und Anwaltskosten vom Staat bezahlt/ersetzt. Prozesskostenbeihilfe wurde genehmigt. Meine Kosten trage ich selber bzw. muss die Firma es ertragen. Natürlich ist die unendliche Geschichte damit lang nicht erledigt. Immerhin habe ich einen Schaden und Gerechtigkeit ist auch noch nicht hergestellt. Die beiden haben bisher ca. 8.000,-EUR gewonnen (+ 36 mal mind. 351,-EUR) und nichts verloren. Mein Schaden ist weit höher!
Ähnliche Beiträge:
- unendliche Geschichte Teil 20
- unendliche Geschichte Teil 22
- unendliche Geschichte Teil 9
- unendliche Geschichte Teil 11
- unendliche Geschichte Teil 10



Am 17. Juli 2009 um 17:41 Uhr 1
was wieder beweist dass “Recht haben” und “Recht bekommen” in Deutschland zwei unterschiedliche paar Stiefel sind.
Aber so ist unserer Rechtssprechnung nun mal, leider.
Man muss sich aber dann nicht wundern wenn immer mehr Firmen ins Ausland gehen…..
Am 17. Juli 2009 um 17:47 Uhr 2
Ich hoffe auf das Schicksal in Form eines schnellen Bus oder Felsbrocken oder Flugzeugabsturz oder einfach nur mal mit den Snowboard eine zu hohe Klippe runter gesprungen, wegen mir auch eine schöne Schneelawine.
Am 17. Juli 2009 um 19:35 Uhr 3
Im Ausland ist es auch nicht anders mit der Gerichtsbarkeit.
Jeder Richter sieht nur den Vergleich im Mittelpunkt, um schnellstmöglich den Vorgang abschließen zu können (Daher gibt es bei uns grundsätzlich keine Vergleiche vor Gericht).
Die Anwälte verdienen immer, ganz gleich wie gut oder schlecht sie sind.
Wer von Euch beiden nun gelogen hat oder auch nicht, lässt sich nach diesem Vergleich nicht sagen – schade. Habe innerlich mit mir selber gewettet.
Am 17. Juli 2009 um 19:57 Uhr 4
Na, vielleicht hättest Dich ja entschieden wenn im Gerichtssaal gewesen wärst aber Aufzeichnungen gibt es ja leider nicht. Für mich war die Glaubwürdigkeit klar und es wurde nur eine Seite bezichtigt mit immer neuen Geschichten zu kommen.
Das alles nützt mir halt nicht, ich hab mein Eigentum wieder und der Vergleich finanziert sich selber, habe also keine weiteren Kosten. Trotzdem fehlt noch die Strafe und bleibt der Schaden. Also ist es nicht vorbei.
Am 18. Juli 2009 um 13:48 Uhr 5
Was für eine Strafe solle er denn kriegen damit du zufrieden bist. Was glaubst du wie gut deine Chancen hier stehen?
Am 18. Juli 2009 um 14:45 Uhr 6
Ach Fee, ich darf ihn nicht bestrafen. Der Staat wollte sich das Theater, mit der für sie unklaren Sache, sparen und hat mit dem Vergleich seine Ruhe. Ich setze also auf das Schicksal, dass eigentlich immer ausgleicht.
Ich selbst kann halt nur beobachtend und aufklärend über die Personen wirken und für mich wäre in Ordnung wenn Sie 8.000,-EUR gemeinnützig spenden und zur Buße 1.000 Stunden gemeinnützig ableisten. Unter den Umständen wäre das für mich erledigt.Weiterhin muss natürlich einseitig auf weitere Zahlungen aus dem Vergleich verzichtet werden, meine Anwaltskosten und die Gerichtskosten ausgeglichen werden.
Für meine Blödheit werde ich auf meinen Schaden sitzen bleiben und damit auch genug gestraft sein. Der ist immerhin hoch fünfstellig. Das kalkuliere ich in den nächsten Teilen mal vor.
Wie gut da meine Chancen stehen? Ja.. mal sehen, aktuell noch bei 2%
Am 18. Juli 2009 um 17:23 Uhr 7
Ohje fünfstellige Schadenskosten, hoffe aus den 2% wird noch was.
Am 18. Juli 2009 um 21:48 Uhr 8
Davon bin ich schon überzeugt, der Schaden und Druck auf der Gegenseite muss nur beginnen und gesteigert werden. Es muss klar werden das es ohne das eigene Zutun nicht geringer wird und der Schaden für einen selber geringer ist, als nichts zu tun. Aussitzen muss offensichtlich weit teurer werden. Nachhaltige Existenzgefährdung wäre jetzt ein Stichwort? Die ist sicher wertvoller..
Das Schicksal müsste also so zuschlagen das man sein Gewissen wieder ins Reine bringen will und so klappts. ,-9 Beten nützt mir als Ungläubiger nicht aber ich vertrau mal dem Schicksal.